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Nächster Schritt: Bundestag berät die Pflegereform am 5. November in erster Lesung

Haushalt 2027: Wie viel mehr Sozialabgaben zahlst du?

Die Beitragsbemessungsgrenze für Kranken- und Pflegeversicherung steigt 2027 zusätzlich um 300 EUR pro Monat, und Kinderlose sollen einen höheren Pflege-Zuschlag zahlen. Der Rechner zeigt mit deinem Brutto, wie viel mehr Beiträge das pro Jahr ausmacht und ob dich die Reform überhaupt trifft.

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Stand 3. November 2026

Ab 1. Januar 2027 steigt die Beitragsbemessungsgrenze der Kranken- und Pflegeversicherung außerordentlich um 300 EUR pro Monat, laut Kabinettsbeschluss vom 7. Oktober 2026 auf 6.375 EUR. Neu seit dem Kabinettsbeschluss zur Pflegereform am 30. September 2026: Kinderlose sollen 0,9 statt 0,6 Prozentpunkte Pflege-Zuschlag zahlen, und zwar unabhängig vom Einkommen. Die zuvor geplante Anhebung der Pflege-Grenze auf die JAEG ist vom Tisch.

Was ist beschlossen, was ist noch Entwurf?+

Gesetz: Kranken-Grenze steigt um 300 EUR

Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) ist durch: Nach dem Kabinettsbeschluss vom 29. April 2026 hat der Bundestag es am 10. Juli 2026 in namentlicher Abstimmung angenommen (318 zu 284 Stimmen), der Bundesrat hat noch am selben Tag zugestimmt; verkündet wurde es am 29. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt. Kern: Beitragsbemessungsgrenze und Versicherungspflichtgrenze (JAEG) der Krankenversicherung steigen zum 1. Januar 2027 außerordentlich um je 300 EUR pro Monat, das bringt der GKV rund 2,4 Mrd. EUR zusätzlich. Die Pflege-Grenze ist an die Kranken-Grenze gekoppelt und zieht mit.

Kabinettsentwurf: Kinderlose zahlen mehr für die Pflege

Das Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) hat am 30. September 2026 das Kabinett passiert. Der allgemeine Pflegebeitrag bleibt bei 3,6 %, der Zuschlag für Kinderlose ab 23 Jahren steigt zum 1. Januar 2027 aber von 0,6 auf 0,9 Prozentpunkte. Den Zuschlag trägt der Arbeitnehmer allein, bei 3.000 EUR brutto sind das 9 EUR mehr im Monat. Noch ist das kein Gesetz: Die erste Lesung im Bundestag ist am 5. November 2026, Schlussabstimmung und Bundesrat sind für Dezember geplant. Die Regierung hat den Entwurf als besonders eilbedürftig eingestuft, damit er zum Jahreswechsel gilt.

Korrigiert: Pflege-Grenze steigt nicht auf die JAEG

Der Referentenentwurf des PNOG vom Juni 2026 wollte die Pflege-Bemessungsgrenze auf die höhere Versicherungspflichtgrenze anheben, auf rund 7.000 EUR im Monat. Diese Stufe hat das Kabinett gestrichen. Wir hatten sie bis zum 5. Oktober 2026 fälschlich als beschlossenen Teil des BStabG eingerechnet und damit die Mehrbelastung für Gutverdiener zu hoch ausgewiesen. Der Rechner nutzt jetzt für Kranken- und Pflegeversicherung dieselbe Grenze.

Die Grenzwerte 2027

Das Kabinett hat die Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung 2027 am 7. Oktober 2026 beschlossen, mit denselben Werten wie im Referentenentwurf vom 21. September (Lohnentwicklung 2025: 4,38 %). Beitragsbemessungsgrenze Kranken- und Pflegeversicherung: 76.500 EUR im Jahr (6.375 EUR im Monat), Versicherungspflichtgrenze 84.150 EUR, Renten- und Arbeitslosenversicherung 8.850 EUR im Monat. Es fehlt nur noch die Zustimmung des Bundesrats, die Sitzung ist für den 20. November 2026 angesetzt.

Was sonst noch auf 2027 zukommt

Den durchschnittlichen GKV-Zusatzbeitrag 2027 hat das BMG am 30. Oktober 2026 auf 2,9 % festgelegt, genauso viel wie 2026 und so, wie der Schätzerkreis es am 14. Oktober berechnet hatte. Das ist ein Richtwert: Die Kassen setzen ihren eigenen Satz selbst fest und liegen oft darüber. Der Rentenbeitrag bleibt nach aktuellem Stand bei 18,6 %, verbindlich wird er mit der Beitragssatzverordnung bis Jahresende. Dieser Rechner bildet ausschließlich die Reform-Effekte bei Grenze und Kinderlosenzuschlag ab, nicht den Beitragssatz. Dein volles voraussichtliches Netto 2027 rechnest du im Brutto-Netto-Rechner 2027.

Deine Eckdaten

= 90.000 € pro Jahr

Krankenversicherung
Pflege-Beitrag

Deine Mehrbelastung 2027

Mehrbelastung pro Monat

53 €

netto weniger im Geldbeutel

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Pflege (Grenze +300 €)

300 € × 2,70 % (inkl. Kinderlosenzuschlag) ≈ 8 €/Monat

Kinderlosenzuschlag 0,6 → 0,9 %

6.075 € × 0,30 % ≈ 18 €/Monat

Gezeigt werden nur die reformbedingten Effekte, nicht die normale Lohnanpassung der Grenzen. Die 300-EUR-Sonderanhebung der Krankenversicherungs-Grenze ist Gesetz, die Pflege-Grenze zieht mit. Der höhere Kinderlosenzuschlag steht im Kabinettsentwurf der Pflegereform vom 30. September 2026, die erste Lesung im Bundestag ist am 5. November. Dein Arbeitgeber zahlt zusätzlich rund 32 € pro Monat mit. Die Grenzwerte stammen aus der Rechengrößenverordnung 2027 (Kabinett 7. Oktober 2026, Bundesrat am 20. November).

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Haushalt 2027, bei dir sind das 631 € pro Jahr.

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Wie wir die Reform-Mehrbelastung berechnen

Die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung lag 2026 bei 5.813 € pro Monat. Durch die übliche Lohnanpassung stiege sie 2027 auf 6.075 €. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz legt 300 EUR obendrauf, damit liegt die Grenze laut Verordnungsentwurf bei 6.375 € im Monat, für Kranken- und Pflegeversicherung gleichermaßen. Dazu kommt laut Kabinettsentwurf der Pflegereform ein höherer Kinderlosenzuschlag: 0,9 statt 0,6 Prozentpunkte ab 2027.

Wir rechnen beide Effekte getrennt: das 300-EUR-Band oberhalb der bisherigen Grenze mit dem KV-Anteil (allgemeiner Beitrag plus durchschnittlicher Zusatzbeitrag) und dem PV-Anteil, und für Kinderlose die zusätzlichen 0,3 Prozentpunkte auf das Einkommen bis zur bisherigen Grenze. Die normale Lohnanpassung bleibt außen vor, weil sie ohnehin gekommen wäre. Der Zuschlag gilt erst ab 23 Jahren; Eltern zahlen ihn nicht.

Häufige Fragen zum Haushalt 2027

Wer zahlt 2027 mehr Sozialabgaben?+
Zwei Gruppen. Erstens gesetzlich Versicherte mit einem Bruttogehalt oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze: Die Grenze für Kranken- und Pflegeversicherung steigt 2027 zusätzlich zur normalen Lohnanpassung um 300 EUR pro Monat, auf diesem Band werden beide Beiträge fällig. Zweitens alle Kinderlosen ab 23 Jahren, unabhängig vom Einkommen: Ihr Zuschlag in der Pflegeversicherung soll laut Kabinettsentwurf der Pflegereform von 0,6 auf 0,9 Prozentpunkte steigen. Wer Kinder hat und unter der Grenze verdient oder privat versichert ist, zahlt durch die Reformen direkt nichts mehr.
Wie stark steigt der Kinderlosenzuschlag 2027?+
Laut dem Pflegeneuordnungsgesetz, das das Bundeskabinett am 30. September 2026 beschlossen hat, steigt der Zuschlag zum 1. Januar 2027 von 0,6 auf 0,9 Prozentpunkte. Kinderlose ab 23 zahlen dann 2,7 % statt 2,4 % Pflegebeitrag als Arbeitnehmeranteil (Gesamtbeitrag 4,5 % statt 4,2 %). Den Zuschlag trägt der Arbeitnehmer allein. Bei 3.000 EUR brutto sind das 9 EUR mehr im Monat, bei 5.000 EUR 15 EUR, an der Beitragsbemessungsgrenze von 6.375 EUR rund 19 EUR. Noch ist das ein Regierungsentwurf: Der Bundestag berät ihn am 5. November 2026 in erster Lesung, Schlussabstimmung und Bundesrat sind für Dezember geplant. Die Regierung hat ihn als besonders eilbedürftig eingestuft, damit er zum Jahreswechsel gilt.
Steigt die Pflege-Bemessungsgrenze auf die JAEG?+
Nein, nach aktuellem Stand nicht. Der Referentenentwurf der Pflegereform vom Juni 2026 sah vor, die Bemessungsgrenze der Pflegeversicherung auf die höhere Versicherungspflichtgrenze anzuheben, das wären rund 7.000 EUR im Monat gewesen. Im Kabinettsbeschluss vom 30. September 2026 ist das gestrichen. Die Pflege-Grenze bleibt an die Kranken-Grenze gekoppelt und steigt wie diese um 300 EUR, laut Rechengrößenverordnung auf 6.375 EUR im Monat.
Wie hoch ist die Beitragsbemessungsgrenze 2027?+
Laut Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung 2027, vom Kabinett am 7. Oktober 2026 beschlossen: in der Kranken- und Pflegeversicherung 76.500 EUR im Jahr bzw. 6.375 EUR im Monat (2026: 69.750 EUR), in der Renten- und Arbeitslosenversicherung 8.850 EUR im Monat. Die Versicherungspflichtgrenze steigt auf 84.150 EUR. Grundlage ist eine Lohnentwicklung von 4,38 % plus die einmalige Sonderanhebung um 300 EUR im Monat aus dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Gegenüber dem Referentenentwurf vom 21. September hat sich keine Zahl geändert. Es fehlt nur noch die Zustimmung des Bundesrats am 20. November 2026.
Was davon ist schon beschlossen?+
Die 300-EUR-Sonderanhebung der Kranken-Grenze ist Gesetz: Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz hat der Bundestag am 10. Juli 2026 verabschiedet (318 zu 284 Stimmen), der Bundesrat hat am selben Tag zugestimmt, verkündet wurde es am 29. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt. Der höhere Kinderlosenzuschlag ist dagegen erst ein Kabinettsentwurf (Pflegeneuordnungsgesetz, 30. September 2026, erste Lesung im Bundestag am 5. November) und kann sich im Bundestag noch ändern. Die exakten Euro-Grenzen stehen in der Rechengrößenverordnung, die das Kabinett am 7. Oktober 2026 beschlossen hat; der Bundesrat muss noch zustimmen.
Warum ändert die Reform meinen PKV-Beitrag nicht?+
Der PKV-Beitrag wird individuell nach Tarif, Alter, Vorerkrankungen und gewählten Leistungen kalkuliert. Die GKV-Beitragsbemessungsgrenze und der Kinderlosenzuschlag der sozialen Pflegeversicherung spielen für ihn keine Rolle. Allerdings entscheidet die Versicherungspflichtgrenze (JAEG) darüber, ob Arbeitnehmer in die PKV wechseln dürfen oder dort bleiben können. Sie steigt 2027 laut Verordnungsentwurf auf 84.150 EUR im Jahr, darin stecken 3.600 EUR Sonderanhebung.
Wieviel zahlt der Arbeitgeber zusätzlich?+
Auf dem 300-EUR-Band über der bisherigen Grenze trägt der Arbeitgeber den Kranken- und Pflegebeitrag zur Hälfte mit, bei durchschnittlichem Zusatzbeitrag rund 32 EUR im Monat je Gutverdiener. Der höhere Kinderlosenzuschlag kostet ihn nichts, den zahlt der Arbeitnehmer allein. Für die GKV bringt die Sonderanhebung laut Bundesregierung rund 2,4 Mrd. EUR im Jahr, in der Pflege die mitgezogene Grenze rund 0,5 Mrd. EUR und der höhere Kinderlosenzuschlag rund 3,3 Mrd. EUR.
Was kann ich aktiv tun, um die Mehrbelastung abzufangen?+
Direkt verhindern lässt sich die Reform nicht. Was hilft, ist die Steuererklärung sauber zu nutzen: Kranken- und Pflegebeiträge sind als Vorsorgeaufwendungen absetzbar, dazu Werbungskosten oberhalb des Pauschbetrags, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen. Bei einem Bruttogehalt oberhalb der Versicherungspflichtgrenze ist auch ein PKV-Wechsel eine Option, allerdings mit langfristigen Folgen.
Wie viel mehr zahle ich 2027 insgesamt an Kranken- und Pflegeversicherung?+
Am beitragspflichtigen Limit steigt der gesamte KV-/PV-Beitrag 2027 inklusive der üblichen Lohnanpassung um rund 141 EUR pro Monat, von etwa 1.261 EUR (2026) auf rund 1.403 EUR (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil zusammen, kinderlos, Zusatzbeitrag 2,9 %). Dieser Rechner zeigt davon bewusst nur die reformbedingten Effekte, also die zusätzliche 300-EUR-Anhebung und den höheren Kinderlosenzuschlag, weil die normale jährliche Anpassung der Grenze ein Standardvorgang und keine politische Reform ist. Steigt der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2027, kommt das noch hinzu.
Steigt 2027 auch der Rentenbeitrag?+
Nach aktuellem Stand nicht: Der Rentenversicherungsbericht 2025 und der Haushaltsentwurf 2027 der Bundesregierung rechnen für 2027 weiter mit 18,6 %. Die zeitweise genannten 18,8 % stammen aus dem Entwurf zum Rentenpaket vom August 2025. Verbindlich wird der Satz mit der Beitragssatzverordnung, die sich an der tatsächlichen Nachhaltigkeitsrücklage orientiert. Der deutlichere Sprung folgt 2028: Der Rentenversicherungsbericht nennt 19,8 %, aktuelle DRV-Modellrechnungen eher 19,9 %. Wichtig: Dieser Rechner bildet ausschließlich die Kranken- und Pflegeversicherung ab, nicht den Rentenbeitrag.
Wie genau ist die Berechnung?+
Die Berechnung nutzt die Beitragssätze 2026 (KV 14,6 % paritätisch, durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2,9 %, PV 3,6 % paritätisch) und die Reform-Effekte: die 300-EUR-Anhebung der Kranken- und Pflege-Grenze und den Anstieg des Kinderlosenzuschlags von 0,6 auf 0,9 Prozentpunkte. Die Grenzwerte stammen aus der Rechengrößenverordnung 2027 (Kabinettsbeschluss 7. Oktober 2026). Kinderabschläge in der Pflege ab dem zweiten Kind und der Sachsen-Sonderfall sind nicht eingerechnet. Ändert sich 2027 der durchschnittliche Zusatzbeitrag oder der Pflegereform-Entwurf im Bundestag, weicht die Endbelastung ab. Wir ziehen die Werte jeweils nach.